Special Feature: Top 10 der besten Philosophen

Top 10 Philosophen

Die Schule von Athen

Letzte Woche war Welttag der Philosophie. Anlässlich dieses schönen Datums präsentiert vernunftparasit die vollkommen subjektive und kontroverse Top 10 der größten Philosophen aller Zeiten. Aussehen, Gesinnung oder Wirkungsmacht, jeder dieser zehn Giganten, auf dessen Schultern wir stehen, hat sich seinen Platz auf seine Art verdient.

#10 Richard Rorty

Unvergessen sein „Philosophy and the Mirror of Nature“, in dem er einen Großteil der ewigen philosophischen Fragen auf die falsch verstandene Metapher der erkenntnistheoretischen Repräsentation zurückführt und sie kühn an den Abgrund drängt. Herrlich auch sein Angriff auf die Korrespondenztheorie der Wahrheit bzw. auf Wahrheit mit großem W an sich: Wahrheit ist eine Eigenschaft von Sätzen, diese bestehen aus Worten und diese sind wiederum von Menschen gemacht. Also auch die Wahrheiten selbst.

Lesetipps: „Philosophy and the Mirror of Nature“, „Kontingenz, Ironie und Solidarität“, hier aber nur die ersten Kapitel.

To abjure the notion of the “truly human” is to abjure the attempt to divinize the self as a replacement for a divinized world.

  • Contingency, Irony, and Solidarity (1989), p. 35

#9 Robert Nozick

Glühender und rhetorisch elegantester Verfechter des Libertarismus. Verabsolutierung des Eigentumrechts, Steuern als Zwangsarbeit, Sozialstaat als Verletzung natürlicher Rechte. Grandiose Gedankenexperimente a la „Experience Machine“ und „Wilt Chamberlain“. Einziger echter Gegner für John Rawls und damit mitschuldig an der Renaissance der Politischen Philosophie in den 70ern. Hat sich danach anderen Themen gewidmet, aber nie wieder dieselbe Relevanz erreicht. Die Stärke seiner Argumente fußt im Wesentlichen auf versteckter Simplifizierung, das raubt seinen Hieben jedoch nichts von ihrer Genialität.

Lesetipps: „Anarchy, State and Utopia“, im Wesentlichen nur Part 2, den aber komplett.

Taxation of earnings from labor is on a par with forced labor. Seizing the results of someone’s labor is equivalent to seizing hours from him and directing him to carry on various activities.

  • Anarchy, State and Utopia (1974), p. 169

#8 John Stuart Mill

Bedeutender Vertreter des Utilitarismus, obgleich unklar bleibt, ob er tatsächlich einer gewesen ist. Früher Vordenker des Feminismus, Ehrenmann, weil er seine große Liebe erst ehelichte, als ihr Mann gestorben war. Philosophisch vor allem als Verfechter der Freiheit des Individuums in Erscheinung getreten und damit in seinem Einfluss auf die moderne Welt nicht zu unterschätzen. Von ihm stammt der Ausspruch, dass alle Staatlichkeit dort Halt machen müsse, wo der Einzelne mit seinen Handlungen niemandem außer sich selbst schadet. Noch heute eine von den Grünen gehasste Persönlichkeit.
Allerdings meinte er auch, es sei besser, ein unglücklicher Sokrates als ein glückliches Schwein zu sein. Das postmoderne Zeitalter sollte ihn noch Lügen strafen.

Lesetipps: „On Liberty“ und „Utilitarianism“

If all mankind minus one, were of one opinion, and only one person were of the contrary opinion, mankind would be no more justified in silencing that one person, than he, if he had the power, would be justified in silencing mankind.

  • On Liberty, Chapter 2

#7 Sokrates

DER Philosoph. Begründer jeder Wissenschaftlichkeit, indem er im Sokratischen Dialog von allen Befindlichkeiten des Subjekts absieht und die Suche nach der Wahrheit in den Mittelpunkt rückt. Gleichzeitig aber auch ein früher Aufklärer, weil er den Einzelnen stets zum eigenständigen Nachdenken veranlassen wollte. Die Kritik seitens Hegels, der ihn als Zerstörer von Tradition und Sitte brandmarkt, spricht hier Bände. In seinen Worten vom Wissen um das eigene Nichtwissen liegt eine Bescheidenheit und zugleich tiefe Erkenntnis der menschlichen Grenzen, die sich erst über 2000 Jahre später mit Kant endgültig durchsetzt.

Lesetipps: „Apologie des Sokrates“ (nicht von ihm, sondern von Platon, aber Schilderung seines Prozesses)

Wonder is the feeling of a philosopher, and philosophy begins in wonder.

  • Theaetetus, 155d

#6 John Rawls

Der politische Philosoph des 20. Jahrhunderts. Sein Werk führt eine Entwicklung zu Ende, die bei Hobbes ihren Anfang nahm und im Zuge der utilitaristischen Epoche unvollendet zu bleiben drohte. Dementsprechend gelingt ihm auch die erste niederschmetternde Kritik des Utilitarismus, nachdem Kant die ganze Sache mit seinem Beispiel vom Mörder an der Tür gründlich versaut hatte. Es ist schlichtweg rationaler, sich für eine Gesellschaftsordnung zu entscheiden, die den Schwachen hilft, als ein utilitaristisches Durschnittskalkül heranzuziehen. Es sei denn natürlich, man selbst kann ausschließen, zu den Schwachen zu gehören.

In der von Rawls wiederbelebten Vertragstheorie, die er mit einem Schleier des Nichtwissens garniert, ist dies jedoch nicht gegeben. Sein Urzustand, in dem wir uns einstimmig auf die Grundprinzipien unserer Gesellschaft einigen müssen, ist jene Position der objektiven fairen Entscheidung, die ein jeder Richter und Moralist einnehmen muss. Rawls löst das Individuum aus seinen faktischen Lebenszusammenhängen, ohne es jedoch selbst aufzulösen. Die Triebfeder der Rawlsschen Argumentation bleibt der individuelle Eigennutz, ganz im Gegensatz zum das Individuum nivellierenden Utilitarismus. Am Ende bleiben ein Freiheitsprinzip und besagtes Prinzip der Verteilungsgerechtigkeit übrig.

Lesetipps: „A Theory of Justice“, die ersten 50 Seiten erläutern bereits die gesamte Theorie.

The fault of the utilitarian doctrine is that it mistakes impersonality for impartiality.

  • A Theory of Justice, pg. 190

#5 Karl Popper

Berühmt für seinen Falsifikationismus, berüchtigt für seine Platon-Kritik. Dort wunderbar innovativ, indem er das uralte Problem der Induktion (aus Existenzssätzen folgt niemals ein Allsatz, Es gibt viele weiße Schwäne ≠ Alle Schwäne sind weiß) per Kopfstand löst: Anstatt verzweifelt zu versuchen, unsere Theorien empirisch zu beweisen, suchen wir eigentlich nach deren Widerlegung. Der Wahrheit nähern wir uns also zwar an, letztgültig beweisen können wir sie allerdings nicht. Aus diesem Fallibilismus, der immerwährenden Möglichkeit des Irrtums, folgt eine Bescheidenheit und ein methodisches Interesse an anderen Ansichten. Seine Wissenschaftstheorie ist daher zutiefst demokratisch.

Doch erst wenn Popper sich unter dem Eindruck des Zweiten Weltkriegs Platon, Hegel und Marx zuwendet und sich in die Tiefen ihrer politischen Philosophie begibt, zeigt sich sein demokratischer Geist in seiner ganzen unbändigen Pracht. In einer beispiellosen Polemik überrumpelt Popper Platon mit dem Vorwurf des Totalitarismus und hält ein flammendes Plädoyer für die freie, offene Gesellschaft, in der das Individuum Vorrang hat und der Jahrtausende alte Despotenkniff, die Preisung des Kollektivs, als Volksverführung entlarvt ist.

Lesetipps: „Logik der Forschung“ und „Die Feinde der offenen Gesellschaft 1“

In so far as a scientific statement speaks about reality, it must be falsifiable: and in so far as it is not falsifiable, it does not speak about reality.”

  • The Logic of Scientific Discovery, 1959

#4 Platon

Vielleicht der größte Denker aller Zeiten. Aristoteles hat die empirischen Naturwissenschaften auf den Weg gebracht, aber Platon hat die westliche Zivilisation erfunden. Ohne ihn keine Unsterblichkeit der Seele, kein erkenntnistheoretischer Rationalismus, kein Dualismus, kein Repräsentationalismus, keine Metaphysik. Wenn man so will, ist er schuld an der Verdopplung der Welt, an der Trennung von Realität und Virtualität, von Natur und Geist. Und zwar auch jenseits des Christentums, direkt in den Wissenschaften selbst. In seiner Idee des Guten schwingt unüberhorbar das Konzept einer ewigen allgültigen Wahrheit mit. Seinem damit verbandelten Philosophenkönig, der jene Idee des Guten erkannt haben muss, geht deshalb jede Notwendigkeit der Machtbeschränkung abhanden, denn stets wird er dieser Idee zufolge handeln und sein Volk auf den rechten Pfad führen. Aller guten Absicht zum Trotz entwickelt Platon hiermit das Rechtfertigungsschema zur Manifestierung von Herrschaft und Beherrschten überhaupt. Auch Rassismus und Sexismus nehmen hier ihren Anfang: Es gibt von Natur aus Menschen, die weise genug sind, um zu herrschen und wiederum andere, die sich besser unterwerfen sollten.

Lesetipps: „Politeia“, hierin finden sich auch die ganzen Gleichnisse.

Democracy, which is a charming form of government, full of variety and disorder, and dispensing a sort of equality to equals and unequals alike. 

  • 558c

#3 David Hume

Schottischer Ehrenmann. Der große Dekonstrukteur. Er schwang den Hammer, der das Trümmerfeld bereitete, auf dem Kant sein Denkschloss errichten sollte. Das Selbst? Illusion! Kausalität? Nicht beobachtbar! Geist? Vollständig abhängig von der Wahrnehmung! Hume war Utilitarist, als der Begriff noch nicht existierte. Er war ein großer Zweifler, ohne in den skeptischen Wahn eines Berkeleys zu verfassen. Die Existenz der Außenwelt lässt sich ihm zufolge nicht beweisen, da wir die einzelnen Wahrnehmungen nicht auf ihren Ursprung hin untersuchen können, denn dort finden wir abermals nur Wahrnehmungen. Dennoch bleibt uns nichts anderes übrig, als an die Außenwelt zu glauben.

Das Induktionsproblem, welches Popper erst 200 Jahre später lösen sollte, geht ebenfalls auf Humes konsequenten Empirismus zurück: Die Vergangenheit kann nicht die Zukunft determinieren, nur weil es bisher so gewesen ist, denn dies bemüht genau die Denkweise, deren Gültigkeit erst bewiesen werden soll (MINDFUCK!). Hume bricht die Harmonie zwischen menschlichen Denkgewohnheiten und der weltlichen Wirklichkeit auf und wird so zum Urvater aller kritischen Theorien, bis hin zu den heutigen Gender Studies. Diese Dichotomie beschneidet einerseits die Möglichkeiten der menschlichen Erkenntnis, andererseits eröffnet sie eine ungeahnte Freiheit in der moralischen Argumentation: Unser Denken ist kein zuverlässiger Katalysator des Seins, aber vom Sein kann auch nicht auf das Sollen geschlossen werden.

Lesetipps: „An Enquiry Concerning Human Understanding“

That the sun will not rise tomorrow is no less intelligible a proposition, and implies no more contradiction, than the affirmation, that it will rise.
  • An Enquiry Concerning Human Understanding (1772)

#2 Thomas Hobbes

Oft unterschätzt, aber nicht überschätzbar in seinem Einfluss auf die freiheitliche Konstitution unserer heutigen Gesellschaften. Wo Platon und Aristoteles den Staat voraussetzten und das Individuum in Abhängigkeit von ihm bestimmten, verfolgten sie naturgemäß nur die Frage nach dem guten Staat. Hobbes dreht die Sache auf den Kopf und beginnt stattdessen mit dem Individuum. Seine Fragestellung lautet daher nicht primär wie ein guter Staat auszusehen hat, sondern wie ein Staat überhaupt legitimiert werden kann. Denn der Einzelne ist von Natur aus mit Rechten ausgestattet, mit jenem auf Selbsterhaltung und, daraus abgeleitet, dem Recht auf Selbstverteidigung. Diese Rechte kann keine Autorität der Welt gerechtfertigterweise missachten, es sei denn das Individuum überträgt ihr diese Rechte auf freiwilliger Basis.

Hobbes anarchistischer Naturzustand, der von Gewalt und Argwohn geprägt ist, da auch der Stärkste sich nicht gegen einen Bund der Schwachen schützen kann, führt auf der Basis von rationalem Eigeninteresse zu genau dieser Übertragung der individuellen Rechte auf einen Souverän. Die Einzelnen schließen einen Vertrag, um fortan in gesicherten Verhältnissen zu leben. Die Veräußerung der Rechte ist hierbei absolut und letztgültig. Wäre im Gesellschaftsvertrag bereits die Möglichkeit des Widerstands mitgedacht, verlöre er alle bindende Gültigkeit und wäre nicht mehr als ein Feigenblatt über dem drohenden Phallus des Naturzustands. Der hierüber hinausgehende Verzicht auf Gewaltenteilung rückt Hobbes in die Nähe absolutistischer Herrschaft, gründet sich jedoch ebenfalls in der Sehnsucht nach einer monopolistischen Gewalt, die der englische Bürgerkrieg dieser Tage nährte. Aller Radikalität seines Denkens zum Trotz sichert Hobbes dem Individuum mehr Freiheit, als es seine prominenten Vorgänger es je vermochten. Sein Staat existiert zum Zweck der Friedenssicherung zwischen seinen Bürgern. Insofern ist dieser zwar wie bei Platon und Aristoteles die einzig gangbare Option auf dem Weg zu einem guten Leben. Doch die Ausgestaltung dieses Lebens gehört nicht zu seinen Aufgaben.

Lesetipps: „Leviathan“, die ersten 150 Seiten kann man überspringen.

The obligation of subjects to the sovereign is understood to last as long, and no longer, than the power lasteth, by which he is able to protect them. For the right men have by Nature to protect themselves, when none else can protect them, can by no covenant be relinquished.

  • Leviathan

#1 Immanuel Kant

Kants größte Leistung besteht in der als „zweite kopernikanische Wende“ bekannt gewordenen Umkehrung der erkenntnistheoretischen Methode. Bislang suchte man die Wahrheit über die Welt stets in den Objekten. Kant schlägt nun vor, stattdessen im Subjekt nachzuforschen. Wie Kopernikus revolutionär die Sonne ruhen und die Erde um die Sonne kreisen ließ, weil die Bewegung der Sonne nur vom Subjekt hineingedacht ist (so real sie empirisch auch sein mag), verortet auch Kant die Prinzipien unserer Erkenntnis nicht in den Gegenständen, sondern in uns selbst. Wir denken also Raum und Zeit, Kausalität (remember Hume), usw. nur in die Gegenstände hinein, wir bringen diese Erkenntnisformen selbst mit. Der empirische Zweifel a la Hume wird so entkräftigt. Wo Hume der Kausalität noch die Realität abspricht, weil sie in den Dingen nicht beobachtbar ist, entfernt sich Kant von den Dingen an sich, gesteht Hume seinen Einwand zu, und weist die Kausalität stattdessen als eines der grundlegenden Prinzipien unserer Erkenntnis aus.

Kant baut damit eine Mauer zwischen uns und der wirklichen Welt: Was wir erkennen können, sind die Erscheinungen, also die Wahrnehmungen der Dinge, nicht aber die Dinge selbst. Dies allein bezeichnet schon einen schweren Schlag für das menschliche Erkenntnisstreben, aber Kant ist noch nicht zufrieden. Die Metaphysik, ihrer Natur nach eine erfahrungsunabhängige Wissenschaft, mag sich zunächst über die Kantische Einsicht freuen. Denn sie zeigt, dass wir tatsächlich erfahrungsfreie Urteile fällen können, die unsere Erkenntnis erweitern. Bevor wir uns nämlich die Gegenstände anschauen, können wir etwa ihre räumlichen Verhältnisse mittles der Geometrie bestimmen, weil der Raum zwar eine empirische Tatsache ist, aber nicht außerhalb von uns existiert, sondern in uns selbst als Form unserer Wahrnehmung. Wir können also die „Bedingungen der Möglichkeit“ unserer Erkenntnis untersuchen (das bedeutet Transzendentalphilosophie).

Doch während die Metaphysik sich freudig auf das dargebotene Bonbon stürzt, holt Kant schon zum finalen Schlag aus. Die Prinzipien unserer Erkenntnis können nur deshalb a priori erkannt werden, weil sie notwendigerweise auf alles Empirische angewandt werden. Die eigentlichen Gegenstände der Metaphysik, die Frage nach Gott, nach der Unsterblichkeit der Seele, sind jedoch ganz und gar unempirisch und bleiben daher hiervon unberührt. Verstand allein kreist nur um sich selbst, erst in Verbindung mit der Sinnlichkeit gelangen wir zu erkenntniserweiternden Urteilen. Dies funktioniert wie gezeigt auch a priori, aber nie vollzieht sich Erkenntnis gänzlich ohne Sinnlichkeit oder gar ohne Verstand. Die Betreibung von Metaphysik ist daher nichts als allzumenschlicher Größenwahn.

Seine Moralphilosophie war nicht weniger bedeutsam und die Idee der UNO geht ebenfalls maßgeblich auf seine Kappe. Am Niedergang der deutschen Philosophie nach ihm lässt sich seine unvorstellbare Größe ermessen. Wer sich gegen Kant richtete, ohne schon auf eine neue Physik und Geometrie zurückgreifen zu können, verstieg sich in Idealismus oder Kollektivismus, und manchmal in beidem.

Lesetipps: „Kritik der reinen Vernunft“, Vorrede und Einleitung der zweiten Ausgabe zur Erkenntnistheorie Kants
„Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ zur Moralphilosphie Kants
„Was ist Aufklärung“ kurzer Aufsatz über die Dummheit der Massen

Faulheit und Feigheit sind die Ursachen, warum ein so großer Teil der Menschen, nachdem sie die Natur längst von fremder Leitung frei gesprochen (naturaliter maiorennes), dennoch gerne zeitlebens unmündig bleiben; und warum es anderen so leicht wird, sich zu deren Vormündern aufzuwerfen.

  • Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung?

Wer es bis hierhin geschafft hat, möge ein heißes Bad nehmen und im Angesicht des Badeschaums das Staunen nicht vergessen.

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